Marienschule plant eigene Klosterbrauerei
Ungewöhnliche Idee zur Nachnutzung des leerstehenden Klostergebäudes am 1. April!
Die Marienschule in Offenbach könnte schon bald um eine Attraktion reicher sein: Im bislang leerstehenden Klostergebäude auf dem Schulgelände soll künftig Bier gebraut werden.
Als einzige kooperative Gesamtschule für Mädchen in Trägerschaft der katholischen Kirche ist die Marienschule vielen Offenbacherinnen und Offenbachern bereits gut bekannt. Ältere Generationen erinnern sich noch an die Zeit, als hier Ordensschwestern unterrichteten. Seit 1951 gehörte auch ein eigenes Kloster zur Schule, das von den Schwestern des Ursulinenordens bewohnt und bewirtschaftet wurde.
Nachdem die letzten Schwestern das Kloster im Jahr 2017 altersbedingt verlassen hatten, steht das Gebäude bis heute leer. Vor dem Hintergrund sinkender Mitgliederzahlen steht die katholische Kirche derzeit vielerorts vor der Herausforderung, tragfähige Nachnutzungen für ihre Immobilien zu entwickeln – so auch in Offenbach.
Eine ungewöhnliche Idee brachte im vergangenen Jahr der Förderstufenleiter der Marienschule, Christian Dubb, ins Spiel: die Einrichtung einer schuleigenen Brauerei. Damit knüpft das Konzept an eine lange klösterliche Tradition an. Viele Klöster erlangten durch ihre Braukunst große Bekanntheit und sicherten durch den Verkauf ihrer Produkte zugleich den Unterhalt ihrer Anlagen.
Auch Schulleiter Markus Tumbrink zeigte sich von dem Vorschlag angetan. Unter seiner Leitung wurde im Herbst eine Projektgruppe ins Leben gerufen, die in den vergangenen Monaten ein tragfähiges Konzept für Umbau und Betrieb erarbeitet hat. Inhaltlich ist das Vorhaben im Fach Chemie angesiedelt. Geleitet wird der entsprechende Fachbereich von Carolin Küster, die das Projekt ebenfalls unterstützt.
Für die bauliche Umsetzung konnte darüber hinaus Bauingenieur und Fachmann für Denkmalschutz, Dominik Mangelmann, gewonnen werden, der zugleich auch Mitglied im Verwaltungsrat der Offenbacher Pfarrei St. Franziskus ist.
Für die Anschubfinanzierung setzt die Schule neben dem Bistum auch auf Fördermittel des Landes. Bei einem Vor-Ort-Termin konnte sich die Landtagsabgeordnete Kim-Sarah Speer (CDU) bereits ein Bild von der Planung machen. Langfristig soll sich das Projekt jedoch selbst tragen – insbesondere durch den Verkauf der hergestellten Produkte. Geplant sind ein Werksverkauf über eine eigens gegründete Schülerfirma sowie die Belieferung von Kirchengemeinden und lokalen Veranstaltungen wie Pfarrfesten oder Gewerbemärkten.
Auch für die Schülerinnen der Oberstufe sind Beteiligungsmöglichkeiten vorgesehen: Zunächst sollen sie im Rahmen der Projektwoche Ende Juni an das Thema herangeführt werden. Neben dem alkoholischen Kernprodukt sind zudem mehrere alkoholfreie, isotonische Varianten geplant, die zunächst ausschließlich in Mensa und Cafeteria angeboten werden sollen. Dort könnten die Getränke künftig sogar selbst gezapft werden.
Darüber hinaus sieht Schulleiter Tumbrink weiteres Entwicklungspotenzial. So sei perspektivisch auch ein Ausbau der gymnasialen Oberstufe um einen beruflichen Zweig denkbar, der sowohl wirtschaftliche Aspekte als auch das Brauhandwerk in den Blick nimmt.
„Gerade hier wollen wir Mädchen und junge Frauen für einen Handwerksberuf begeistern, der bislang häufig als männlich geprägt wahrgenommen wird. Als MINT-freundliche Schule passt es gut zur Marienschule, sich diesem Thema zu widmen. Nicht ganz ohne Stolz blicken wir zudem auf die geplante Marke ‚Ursulinen-Bräu‘ – in Erinnerung an die Tradition unseres Hauses. Und wer weiß: Vielleicht sind wir damit schon bald die älteste Klosterbrauerei Offenbachs“, so Tumbrink augenzwinkernd.
Quelle: CDU Stadtverband-Offenbach

v.l.n.r.: Markus Tumbrink (Schulleiter), Jovana Jankovic und Clara Müller (Schülerinnen Q2), Carolin Küster (Fachbereichsleitung), Dominik Mangelmann (Bauingenieur, Projektplanung), Kim-Sarah Speer (MdL, CDU), Christian Dubb (Förderstufenleiter)



