Straßburg-Bonjour

Es ist das Jahr 2020. Für Ende März sind die Klassenfahrten der 7Rs geplant. Was nicht geplant ist, ist Corona. Es ist auf einmal da. Die Klassenfahrten müssen abgesagt werden. Irgendwann sind dann sowieso alle im Lockdown und im Homeschooling, tragen Masken und sind genervt. Einen Nachholtermin für die Klassenfahrten gibt es nicht. Bis Ende Januar 2022 werden schulische Mehrtagesreisen ins Ausland verboten. Aber was wäre mit einem Tagesausflug nach Frankreich? Der ist unter Einhaltung der 3G-Regeln möglich. Und so beginnen wir mit der Planung.

Wer ein wenig Französisch kann, weiß, Bonjour heißt guten Tag. Und genau so einen guten Tag wollen heute die Klassen 8R1 und 8R2 in Straßburg verbringen und dort ein wenig französische Luft schnuppern. Es regnet, als wir in den Bus steigen. Es ist der 3. November 2021, 7:30 Uhr.

Die Fahrt beginnt mit Stau auf der Autobahn und guter Laune im Bus. Handys sind zum Musikhören erlaubt, essen nicht. Egal. Die Lehrerinnen freuen sich auf ein schönes Croissant und einen Café au lait. Wir freuen uns auf einen Mittwoch ohne Schule.

Um 11:00 Uhr stehen wir endlich auf dem Busparkplatz und es geht los mit dem Spaziergang in Richtung Altstadt. Wie durch ein Wunder, hört es auf zu regnen. Wir entdecken viele schöne Fotomotive auf dem Weg. Schade, dass die Sonne nicht scheint.

Irgendwann stehen wir dann vor dem Straßburger Münster. Es ist wirklich beeindruckend, das muss man zugeben. Und ja, wir kommen aus der Marienschule und müssen als erstes eine Kirche besichtigen. Schon klar. Aber, was sagt da Frau Dr. Wölte? Erst einmal Freizeit bis um 12:50 Uhr. Wahnsinn. Los Mädels, allez.

Um 13:00 Uhr, nach unserer ersten Shopping-Runde, steigen wir in den Petit Train und fahren durch die Altstadt. Wir erfahren alles Mögliche, zum Beispiel dass ein Promi namens Goethe hier früher mal wohnte. Was hat der nochmal mit Fuck you Goethe zu tun? Und dass die französische Nationalhymne in Straßburg entstanden ist.

Die Fahrt in diesem Bimmelbähnchen macht echt Spaß. Zwei Waggons sind nur für uns reserviert. Danach geht’s dann doch noch in die Kirche. Ok, wir bleiben dabei, sie ist beeindruckend und einfach riesig. Und dann heißt es noch einmal Freizeit bis um 16:00 Uhr.

Jede Gruppe hat ihre eigenen Erlebnisse in den paar Stunden, die wir allein unterwegs sein dürfen, aber die haben hier nichts zu suchen…

Am späten Nachmittag sitzen wir wieder im Bus, ein wenig kalt und ein wenig erschöpft. So viel läuft normalerweise kein Mensch an einem Tag und schon gar keine vier Stunden bei elf Grad. Aber es war toll. Wir würden gerne noch einmal nach Straßburg fahren, jetzt, wo wir die Stadt so gut kennen, am besten nur mit einer Freundin, vielleicht sogar ohne Eltern, mit viel Taschengeld, bei schönem Wetter, ohne Corona. Und dann würden wir uns vielleicht sogar trauen, im Restaurant auf Französisch etwas zu essen zu bestellen. A bientôt.

8R1 und 8R2

(mit Unterstützung von Frau Götze, Frau Karnstedt, Frau Richter, Frau Dr. Wölte)