Frankreich – La vie est belle!

Wir, Klara und Pauline, haben uns auf das Abenteuer eines zweimonatigen Frankreichaustausches* eingelassen. Hier ein paar Eindrücke über unseren tollen Aufenthalt:

5 Minuten vor Ende der Französischstunde mit Herrn Sturm. Genervt haut er mit der Hand auf den Tisch. „In Frankreich liegt bei jeder Mahlzeit ein Baguette auf dem Tisch! IMMER!“ Die Klasse sieht erwartungsvoll auf die Uhr und hofft auf das Ende der Stunde.

Doch wie Recht er hatte! Jedem Schüler von Herr Sturm, der jemals nach Frankreich möchte, wollen wir jetzt den Rat geben: Hört auf euren Lehrer!

Auch wenn Frankreich für uns beide schon eher klingt wie ein anderes Bundesland, einen Kulturschock kann man trotzdem bekommen.

Aber jetzt mal von vorne. Am 25.05.2013 sind wir für 2 Monate nach Frankreich aufgebrochen, ohne genaue Vorstellung oder Vorbereitung auf das, was uns erwarten würde. Zwar hatten wir schon E-Mails mit unseren Gastfamilien und Austauschpartnerinnen geschrieben, aber wirklich gekannt haben wir uns nicht (was sich natürlich schnell änderte). So sahen wir nach etwa 10 Stunden Fahrt nach Rouen unsere neuen Familien. Rouen liegt an der Seine in der Normandie, nord-westlich von Paris. Wir beide hatten wirklich ein riesiges Glück mit unseren Familien. Klara mit einer großen Familie mit 3 Gastgeschwistern plus Austauschpartnerin in einem Bauernhaus mit Schafen und Hühnern. Pauline in einem Nachbardorf, Quevillon, mit Austauschschülerin, Eltern und Katze.

Das Erste, was uns beim gemeinsamen Essen am Abend auffiel war, dass die Franzosen sehr, sehr gerne, gut und – vor allem VIEL essen. Und dass Herr Sturm recht hatte, es lag wirklich ein Baguette auf dem Tisch. Da sich das bei allen folgenden Mahlzeiten auch nicht ändern sollte (wir hatten sogar in der Schulkantine Vier-Gänge-Menus!!) wirkt es fast als würden die Franzosen nichts machen außer Essen. Und in die Schule gehen.

Womit wir schon beim nächsten Thema wären, das uns sehr aufgefallen ist: Die Schule. Eigentlich haben die französischen Schüler fast keine Freizeit. Kein Wunder bei einem Stundenplan von 36 Stunden und wenn jede Stunde eine Zeitstunde ist. Mittwoch ist der einzige Tag, an dem die Schule nur bis zum Mittag geht, aber dann müssen die Schüler noch alle ihre Hobbys unterbringen, sprich: auch dieser Tag endet erst gegen 17:00 Uhr.

Was uns am meisten in der Schule geschockt hat, waren die „Parkplätze“ jeder Klasse auf dem Pausenhof. Mit weißer Farbe waren Linien auf den Beton gemalt, und in jedem Bereich stand der Name einer Klasse. Am Ende der Pause liefen die Surveillants (dt.: Aufseher, in Frankreich haben nicht die Lehrer Pausenaufsicht, sondern dafür gibt es extra Surveillants) über den Schulhof und brüllten „On se range“, der überdeutliche Befehl, sich auf dem Klasseneigenen „Parkplatz“ einzufinden.

Trotz Schule haben wir viel unternommen, waren in Versailles, Giverny, Paris und auf dem Mont-Saint-Michel.

Es waren wirklich zwei tolle, ereignisreiche Monate, die wir nie vergessen werden, aber natürlich gibt es Höhen und Tiefen in so einer langen Zeit, aber Heimweh hatten wir überhaupt nicht.

Und für unser Französisch hätte es gar nichts Besseres geben können. Wir können fast jede französische Unterhaltung nachvollziehen und Französisch kommt uns schon ganz natürlich über die Lippen.

Wir empfehlen einfach jedem, der bereit ist, sich auf Frankreich einzulassen, einen Austausch zu machen. Und keine Angst vor der Sprache: die war eins der kleinsten Probleme! Wir für unseren Teil haben es noch keinen Tag bereut.

Klara Kothe und Pauline Spatz, Kl.9c

*Das Austausch-Programm „Brigitte Sauzay“ wird vom Deutsch-Französischen Jugendwerk organisatorisch begleitet und auch finanziell unterstützt.