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Ich stelle, du stellst, …

Ich stelle meine Füße mal hierhin und mal dahin. Je nachdem, was ich tue
oder vorhabe. Meist mehrere Male am Tag, manchmal stundenlang, stelle ich meine Füße unter einen Tisch. Aber Achtung! Hier kann es passieren, dass jemand mit folgender Forderung kommt:

„Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst…

Ihr wisst schon, da wird man plötzlich daran erinnert, dass man nicht unabhängig ist. Dass man nicht alle Entscheidungen selbst treffen darf, sondern `was machen soll, `was andere wollen und zwar am besten genau so, wie die oder der andere
das möchte. Jede kennt solche Ansprüche, bei denen es darum geht, es jemand anderem recht zu machen. Andernfalls droht Ärger oder doch immerhin Konse-quenzen. Das ist nicht schön, denn man fühlt sich bevormundet und eingeschränkt. Und das kann richtig stressig sein.

Ganz anders als die Erfahrung hinter dem Psalmwort:

Du stellst meine Füße…
                                               …auf weiten Raum.

Schon der Satzanfang verspricht Entlastung. Das Füßestellen wird übernommen, es muss nicht selbst erledigt werden. Gott übernimmt es für mich und stellt die Füße, stellt mich als ganze Person, auf weiten Raum.

Dort finde ich mich, finde mich wieder und stehe einfach da, stehe da ohne Bevormundung und ohne Beschränkung, ohne Ansprüche oder Forderungen. Einfach so im weiten, offenen Raum.

Fühlt sich gut an, oder?

Wer’s genau wissen will, lässt einmal los, was gerade verlangt wird, lässt locker bei dem, was beansprucht und fordert und vertraut darauf, dass Gott Wort hält.