Marienschule Offenbach

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SchillerZeit in Mannheim. Ein Eindruck.

Anlässlich des 200. Todestages Schillers fand im Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museum vom 17. September 2005 bis zum 29. Januar 2006 einer Ausstellung über Leben und Werk Schillers sowie seine Aktivitäten während des zweijährigen Aufenthalts in Mannheim statt. In Mannheim begann nach der Flucht aus Stuttgart die literarische Karriere Schillers und sein Stück „Die Räuber“ wurde dort uraufgeführt. Nun ehrte die Stadt Mannheim den deutschen Dichter und Dramatiker mit einer Sonderausstellung, die letzte Wissenslücken füllen soll.

So besuchte am 25. Januar 2006 die Jahrgangsstufe 12 die Ausstellung SchillerZeit in Mannheim. Um 10.00 fuhren wir mit zwei großen Reisebussen an der Schule los. 
In Mannheim angekommen, besuchten wir sogleich das Museum und betrachteten die ersten Exponate, die der Einführung dienen - die zehn Bleistiftzeichnungen, die um 1850 entstanden waren, und wichtige Stationen aus dem Leben Schillers zeigen. Schnell stellten wir fest, dass ein jeder Raum in einer zum behandelten Thema passenden Farbe gestrichen ist. Zu unserer Überraschung stellt sich schnell heraus, was wir schon lange ahnten – Schiller war ein Frauenheld. Seine Mannheimer Liebschaften hängen alle portraitiert an der Wand im zartlila gestrichenen Raum, in den Vitrinen findet sich gar ein schriftlicher Heiratsantrag, der vom erhofften Schwiegervater abgelehnt wurde. Ein weiterer Raum stellt verschiedene Schillerportraits aus, unter anderem eine große Büste und Kupferstiche. Freiheit, Frauen und Finanzen werden hier dokumentiert, der Besucher erfährt Details über den Speiseplan Schillers und seine Krankengeschichte, der große Dichter litt zeit seines Lebens unter einer schlechten physischen Konstitution und war sehr anfällig für Krankheiten. Auch die Illuminaten werden erwähnt, ein 1776 gegründeter Geheimbund, der Monarchen stürzen wollte, und dem viele Mannheimer Schauspieler angehörten. Schiller soll mehrmals von den Illuminaten zum Beitritt eingeladen worden sein, ihre Gesuchte aber wiederholt abgelehnt haben.

Während des Rundganges fielen uns die vielen Kinderbilder auf – ein jedes zeigt ein mit Wasserfarben gemaltes Pferd. Im Laufe der Ausstellung erklärte uns die Museumsangestellte, daß die Pferde einen gewissen Hintergrund hätten und erzählte uns eine kleine Anekdote. Auf die Frage, was Schiller denn nachts täte, sofern er nicht an seinen Dramen schriebe oder bei jenen nicht weiterwisse, antwortete der Dichter frech, er würde „Rössle malen“. Angelehnt daran dienen die Kinderzeichnungen als Platzhalter – wenn bei der Einrichtung niemand wusste, was an eine bestimmte Stelle gehängt werden sollte, entschied man sich für ein ablenkendes „Rössle“.
Aber nicht nur Pferde fanden sich an den Wänden – im Museum befand sich auch ein kleines Theater mit den Figuren Schillers als Marionetten und zu unserer großen Freude drei alte gelbe Reclamhefte, deren Besitzer sie „leicht verschönert“, beispielsweise den Titel „Don Karlos“ zu „McDonald’s“ umgeschrieben hatten. 
Dann war die Ausstellung auch schon vorbei und motiviert machten wir uns auf in Richtung SchillerHaus – ein Haus, das keine Exponate, sondern Schiller interaktiv und multimedial zeigt. Doch dieses war so voll, dass wir nach einem kurzen Blick in den ersten Raum den Rückzug antraten. So fuhren wir nach einer Stunde Pause wieder gen Marienschule.

Text: Christiane Glasenapp, Jgst. 12; Fotos: C. Blume