Marienschule Offenbach

Die Schule

Aus dem Konvent

Ursulinen

Der Orden der hl. Ursula (Ordo Sanctae Ursulae, OSU) geht zurück auf die hl. Angela Merici. Geboren zwischen 1470 und 1475 in Desenzano/Gardasee und gestorben 1540 in Brescia, gründete Angela Merici 1535 eine „Gesellschaft“ (Compagnia) von unverheirateten Frauen, die - ohne ihre angestammten Lebenskontexte zu verlassen und auch ohne äußerliches Erkennungszeichen - inmitten der damaligen Renaissance-Gesellschaft ein Leben nach Maßgabe des Evangeliums führen wollten.

Die Benennung der Gemeinschaft nach der hl. Ursula (Compagnia di Sant’ Orsola) war gewiss auch der Beliebtheit dieser legendarischen Gestalt und der weiten Verbreitung ihrer Verehrung geschuldet. Doch die Züge eines entschiedenen und selbstbestimmten Frauenlebens, die die Legende von der hl. Ursula auszeichnet, wird nicht weniger Anteil gehabt haben.

Die Gesellschaft der hl. Ursula fand schon bald starken Zulauf und Verbreitung. Als sich die Gemeinschaft in der Folgezeit - nicht zuletzt unter dem Einfluss des hl. Karl Borromäus - zu einer Ordensgemeinschaft entwickelte, fand diese dann auch ihre Hauptbetätigung in der Erziehung und Unterrichtung von Mädchen.

Bereits Ende des 16. Jahrhunderts griff die Ursulinenbewegung auf Frankreich bzw. den französischsprechenden Raum über, wo sich die Ursulinen-Klöster zu wichtigen und einflussreichen Trägern von Schulen für Mädchen entwickelten und von wo aus auch die Gründungen im deutschsprachigen Raum ihren Ausgang nahmen.

Die Ursulinen von Offenbach gehen zurück auf das 1863 in Ratibor (Oberschlesien) gegründete Ursulinen-Kloster. Als die Ursulinen 1945 von dort vertrieben wurden, siedelten sich diese in Offenbach an und gründeten 1946 durch Übernahme der Maria-Ward-Schule die heutige Marienschule als Mädchenschule.

Weiterführende Literatur:
Angela Merici, Die Schriften. Kritische Ausgabe, Einsiedeln 1988.
Frank Günter Zehnder, Sankt Ursula. Legende, Verehrung, Bilderwelt, Köln 1985.